Freunde der Stadtbücherei Haltern am See e.V.

 

Die Halterner Druckwerkstatt - das Druckereimuseum in der Stadtbücherei Haltern am See

Die Geschichte der Halterner Druckwerkstatt begann im September 1984 mit dem Umzug der Stadtbücherei in ein neues Gebäude. Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten wurde auch die Bibliotheksausstellung mit dem Titel: „Das goldene Evangelienbuch von Echternach“ gezeigt, die auch Hunderte auswärtige Besucher in die neue Stadtbücherei lockte.

Halterner Druckwerkstatt

Einer von ihnen war der in Haltern geborene, aber damals schon seit Jahrzehnten in Recklinghausen lebende Hermann Hennecke. Sein Berufsleben längst hinter sich gelassen, widmete sich der kunstsinnige Mann vor allem seinem Hobby: dem Einbinden und Restaurieren von Büchern. Dabei hatte er sich, um seiner Leidenschaft nachgehen zu können, eine ganze Reihe von gebrauchten Buchbinderwerkzeugen und Pressen besorgt, von denen einige der schönsten Stücke aus der Werkstatt der traditionsreichen Recklinghäuser Buchbinderei Vethacke stammten.

 

 

 

Halterner Druckwerkstatt

Diese Gerätschaften bot er nun der neuen Stadtbibliothek als Geschenk an. Kurz entschlossen wurde daraufhin in einem „freien Eckchen“ eine Buchbinderwerkstatt eingerichtet, in der fortan einmal im Monat Kinder und Erwachsene das „Buchbindern“ erlernen konnten. Ein knappes Jahr später stiftete der damalige Inhaber der Halterner Druckerei, Dieter Zellerhoff, der Stadtbücherei einen ausrangierten Bostontiegel. Alles andere kam dann mehr oder weniger von alleine, z. B.

 

 

 

 

Halterner Druckwerkstatt

 

So entstand in unserer Stadtbücherei ein „musealer Keller“. Noch im Frühjahr 2009 überließ der Wulfener Heimatverein drei Setzerschränke mit Inhalt sowie eine kleine „Nudelpresse“ dem Museum.

Mit Ausstellungen, Vorträgen und Veröffentlichungen bemüht sich die Stadtbücherei, das Leben und Wirken von Buchdruckern, Zeitungsverlegern, Gelehrten, Büchersammlern und Schriftstellern aus der Region zu dokumentieren und zu bewahren und erfüllt damit auch den Auftrag einer öffentlichen Bibliothek, als den einer Kultur- und Bildungseinrichtung. „Schulbücher für alle“, aber auch die Volksbibliotheken des 19. und frühen 20. Jahrhunderts und letztlich auch die heutigen öffentlichen Bibliotheken, sind „Kinder des eisernen Tiegels“ und der eisernen Schnellpresse, die einst von Friedrich Koenig und Andreas Bauer entwickelt wurde. Erst durch diese Erfindungen sanken die Kosten für die Herstellung von Bildungsgütern auf ein für alle erschwingliches Niveau.

Insbesondere Schulklassen kommen gerne in unser Haus, da es hier neben den Büchern auch etwas zu sehen und zum Anfassen gibt. In diesem Zusammenhang legen wir Wert darauf, den Heranwachsenden die Verknüpfung des technischen Fortschritts mit den Bildungsbestrebungen der verschiedenen Epochen deutlich werden zu lassen.

Natürlich widmen wir uns auch der beruflichen Traditionspflege des Druckgraphischen Gewerbes und veranstalten seit 1993 alljählich ein großes Gautschfest.

Besuchen kann man den „Büchereikeller“ während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei. Gruppen auf Anfrage auch außerhalb dieser Zeiten.

 

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